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TECTURE

Kulturzentrum Burgas

Wettbewerb
Burgas Park Zone 3, Bulgarien

Das Projekt beginnt mit der Anerkennung des „Lochs“ im Zentrum von Burgas. Es ist kein Problem, das beseitigt werden muss, sondern eine räumliche Situation, die das Potenzial hat, neues öffentliches Leben zu formen. Anstatt die Leere zu ersetzen, arbeitet der Entwurf mit ihrer Tiefe und verwandelt sie in einen bürgerlichen Raum, in dem kulturelle Orte und offene Landschaft als ein gemeinsames System funktionieren.

Architektur und Umwelt werden als eine gemeinsame Infrastruktur verstanden – zugänglich, flexibel und offen für vielfältige Nutzungen im Laufe der Zeit. Durch die Wiedereinführung von Wasser, Vegetation und Zugängen für Begegnung und Zusammenkommen wird der Ort zu einem Platz, an dem sich die Stadt treffen, ausruhen und ausdrücken kann. Es ist kein neues Objekt, das in Burgas eingefügt wird, sondern eine neue Schicht in seiner urbanen Geschichte – die eine Abwesenheit in ein gemeinschaftliches Gut verwandelt.

Das Konzept ist um zwei parallele Erschließungsachsen organisiert, die aus abstrahierten Bewegungslinien über das Gelände abgeleitet sind. Eine Achse strukturiert die oberirdische Erschließung und lenkt den Zugang durch die Baukörper. Parallel dazu verbindet eine breite, durchgehende Rampe direkt mit den unterirdischen Ebenen und trennt den Zugang zu den Hauptfunktionen des Gebäudes von der unabhängigen Rampe zur Tiefgarage. Gemeinsam machen diese geschichteten Wegeführungen die Bewegung klarer, erhöhen die Sicherheit und übersetzen urbane Wunschlinien in ein kohärentes räumliches System. 

Die Landschaftsstrategie bewahrt teilweise die bestehenden Betonwände und transformiert sie in lineare Wasserflächen. Über ihre räumliche Funktion hinaus tragen diese Elemente zur passiven Kühlung bei, reduzieren Überhitzung und bereichern gleichzeitig das Freiraumerlebnis durch Klang, Bewegung und mikroklimatische Effekte. Darüber hinaus wird die flache Wasserfläche durch Platten gegliedert, die als Wege dienen und als Durchgang zu Skulpturen sowie zu laufenden Ausstellungen genutzt werden können.

 

Die Bewegung über das Gelände ist als ein offenes und inklusives Netwerk organisiert, das die Verbindungen zwischen dem Park, dem Wasser, und der umgebenden städtischen Struktur stärkt. Der Shared Garden fungiert als zentraler Eingangsbereich, der freie Zirkulation ermöglicht und zugleich einen sinnlichen Spazierweg für langsamere, kontemplative Bewegung bietet. Wege führen zum Wasserschleier und zur Outdoor-Stage-Bar, die sowohl als Zielpunkt als auch als sozialer Treffpunkt entlang der Wasserkante dient.

Der Innenraum ist als Fortsetzung des umliegenden Parks konzipiert und legt Wert auf Langlebigkeit, Klarheit und Materialauthentizität. Travertin dient aufgrund seiner natürlichen Textur, seines neutralen Farbtons und seiner Beständigkeit als Hauptmaterial. Er schafft einen ruhigen und harmonischen Hintergrund, der die Raumstruktur ohne visuelle Überfrachtung unterstützt. Chromsäulen definieren den strukturellen Rhythmus des Raumes. Ihre reflektierenden Oberflächen verstärken das natürliche Licht und intensivieren die visuelle Verbindung zur Landschaft. Einige Säulen erfüllen eine rein statische Funktion, während andere als Hohlkörper gestaltet sind, in deren Inneren Entwässerung und Kabelinstallationen integriert sind. So entsteht ein aufgeräumtes und klares Ambiente. Travertin und Chrom bilden zusammen einen ausgewogenen Dialog zwischen massiven und reflektierenden Oberflächen und schaffen so eine zeitgemäße und zugleich kontextsensible Atmosphäre.

Entwurf: Edoardo Ferrari, Ain Haesendonck

Organisiert von: Gemeinde Burgas